Superwahljahr 2009, es beginnt mit der aufregenden Europawahl. Immer ein Schlager bei der Beteiligung, bei der letzten im Jahr 2004 sank diese auf berauschende 43 Prozent. Irgendwie auch kein Wunder, ist das Parlament doch weit und wo eigentlich? Brüssel? Straßburg? Irgendwie weiß man das ja auch nicht und irgendwie klingt das für mich immer nach Agrarsubventionen und Geldern für den Brückenbau und so.
Apropos berauschende Prozentzahlen, die kennt die SPD ja auch zu Genüge und hat irgendwie wohl berechtigtes Muffensausen, dass die nächste Bundesregierung ohne ihre Beteiligung gebildet werden könnte. Und weil sie das nicht will, hat sie jetzt einen tollen Kanzlerkandidaten, und der muss sich zeigen.
Und deshalb zeigt sich Frank-Walter Steinmeier auch am 06.06., also einen Tag vor der Wahl in Prenzlauer Berg und eröffnet die Respect Gaymes, ein Sport- und Kulturevent, bei dem ein Fußballspiel im Mittelpunkt steht. Dabei ist es das Ziel der Veranstalter ist es, Respekt unter Jugendlichen aller Kulturen Respekt für andere als heterosexuelle Lebensweisen zu wecken. Dementsprechend sind einige Stars und Sternchen da, naja, der Reißer wird wohl Elli Erl mit ihrem Konzert nicht werden (Für die 98 Prozent der Leser, die nicht mehr wissen, wer das ist, die hat mal bei Deutschland sucht den Superstar gewonnen, vor gefühlten 20 Jahren), aber es haben sich doch viele angemeldet, um das wirklich gute Ziel dieses Events zu unterstützen.
Und natürlich auch aus der Politik, hauptsächlich auch schwule und lesbische PolitikerInnen, oder solche, die sich für gleiche Rechte und Gleichstellung einsetzen.
Irgendwie wirkt der Auftritt von Steinmeier hier doof. Nicht, dass ich ihn nicht mag, vielmehr hab ich so gut wie keine Meinung zu ihm, aber die SPD hat sich in Berlin trotz schwulem Regierenden nicht sonderlich für Rechte von anderen sexuellen Identitäten (hab ich gestern gelernt, heißt nicht mehr “sexuelle Orientierung”) eingesetzt. Auf Bundesebene ziehen sie allenfalls etwas müde mit, wenn überhaupt. Noch immer sind es traditionell die Grünen, die Homo-Politik machen. Aber Steinmeier selbst habe ich noch nie ein Wort über dieses Thema sagen hören und jetzt isser hier der große Stargast.
Vielleicht war die Eröffnung der Ausstellung des Karnickelzuchtvereins Weißensee an diesem Tag schon von Frau Merkel okkupiert.
Naja, trotzdem kann man ja vorbeischauen, sicher ne Gaudi.
Von Tempelhof reden noch die Nostalgiker, an der Grenze zu Brandenburg wird emsig gearbeitet. Der Flughafen Berlin-Brandenburg-International, kurz BBI, ist eine Baustelle der Superlative.
Mit einer Größe von mehr als 2.000 Fußballfeldern (!), einem Investitionsvolumen von 3,5 Milliarden (!!) Euro und 2.500 Arbeitern ist es Europas größte Flughafenbaustelle und feiert demnächst ein Jubliäum:
Am Pfingstmontag wird nun die Baustelle 1.000 Tage alt. Nicht, dass man bis jetzt auch nur irgendwas davon gesehen hätte, ich war ja selbst letztens dort auf dem Weg nach Stockholm. Doch das liegt vor allem daran, dass hauptsächlich in der Erde gebuddelt wurde. Strom, Leitungen, Wasser, Abwasser, eben so alles, was einen Haufen Arbeit macht und keiner sieht.
Aber langsam geht’s in Schönefeld jetzt richtig los und der BBI, der ja dann bald Berlins einziger Flughafen sein soll, wächst auch in die Höhe. Krasserweise ist der S-Bahnhof bereits fertig, der ist auch ganz tief unter der Erde, sodass man zukünftig nicht mehr den unfreiwilligen Pilgerweg von S-Bahn zum Terminal nehmen muss. 2011 soll’s dann soweit sein und BBI nimmt den Betrieb auf.
Auf der neuen Landebahn sind derzeit allerdings noch Kreuze montiert, damit keiner aus versehen drauf landet…
Es war schon eine wahnsinnige Veranstaltung, die da auf Teneriffa stattgefunden hat! Exklusivität bis zum Anschlag bei der Präsentation des neuen Lamborghini Gallardo LP560-4 Spyder.
Unterhalb des Teide, des Wahrzeichens der Kanareninsel, ließ es Lamborghini krachen, von Krise keine Spur. Und die Veranstaltungsagentur hatte gleich Programm für mehrere Tage.
350 Journalisten und Händler wurden geladen, um das neue Luxusauto und das dazugehörige Gefühl zu erfahren. Untergebracht wurden wir passend zum Luxusauto in einem Luxushotel der Insel, wo wir nach der Anreise erstmal mit einem Barbecue begrüßt wurden. Gerade nach dem Flug war das der perfekte Auftakt.
Ein Teil des Resorthotels wurde dazu eigens für Lamborghini umgestaltet, sodass in der “Casa Lamborghini” das richtige Feeling aufkam, wenn man bei entspannter Musik die Exklusivität der Marke Lamborghini direkt erfahren konnte.
Am nächsten Tag ging’s dann richtig los, Sportmarketing VokDams, die hierfür verantwortlich waren, haben zunächst die Pressekonferenz angesetzt und danach wurde es Zeit, das Fahrerlebnis selbst zu genießen. Und dafür war die Vulkaninsel Teneriffa natürlich eine wunderbare Kulisse für dieses außerordentliche Auto. Bergig, mit vielen Kurven konnte man wie in den schönsten Werbespots die Dynamik und Sinnlichkeit dieses Sportwagens erfahren, es ging bis auf 2.000 Meter hoch und dann am Meer entlang wieder zurück.
Voller Fahremotionen angefüllt gab es beim organisierten Galadinner in einem eigens eingerichteten VIP-Bereich mit Swimmingpool und Clubmusik viele interessante Gespräche über den neuen Luxuswagen.
Alles in allem eine wahnsinnig gelungene Veranstaltung voller Emotionen, die es schaffte, dieses außergewöhnliche Auto in einem angemessenen Licht darzustellen.
Groß ist das Gewese um die Zukunft des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Man hört hier in Berlin ständig von der “Bread and Butter”, einer Modemesse, die zweimal im Jahr hier stattfinden soll. Es wird sich gestritten, ob diese Messe für das Terminalgebäude gut ist, denn durch die halbjährliche Besetzung ist es unmöglich, den Bau ganzjährig zu vermieten.
Und da ist da noch das große Flughafengelände. Sage und schreibe 44 mal würde man das Olympiastadion darauf unterbringen können und jetzt wird überlegt, was man damit machen kann.
Der Senat lobt Ideenwettbewerbe aus und die – nicht immer ernst gemeinten – Resultate bescheren den hiesigen Käseblättchen tolle Schlagzeilen wie “Wird Tempelhof jetzt zum Riesenpuff?” Andere wollen einen Berg da haben, The Berg, genauer gesagt. Ein paar hundert Meter soll er hoch sein, die Fangemeinde wächst täglich.
Die Anwohner in den angrenzenden Stadtteilen Kreuzberg, Tempelhof und Neukölln beschäftigt hauptsächlich eine Frage: Wird es zukünftig teurer werden, hier zu wohnen? Und manche erschreckten sich ganz gehörig, als sie vor ein paar Tagen einen Brief mit dem Logo der Wohnungsbaugesellschaft in ihrem Briefkasten fanden, der ihnen sagte: „Hiermit teilen wir Ihnen mit, dass aufgrund der veränderten Situation in Ihrer Umgebung nicht davon abgesehen werden kann, Ihre Miete zu erhöhen“.
Erst wenn man das Schreiben umgedreht hat, sah man, dass eine Interessensgemeinschaft namens “Squat Tempelhof”, bestehend aus linken und autonomen Aktivisten, hier gegen die Pläne der Errichtung von Neubauten auf dem Tempelhofer Feld aufmerksam machen wollte.
Allerdings wohnen gerade in Tempelhof viele Migranten, die den “Scherz” wegen schlechten Deutschkenntnissen vielleicht gar nicht verstanden haben. Die sind jetzt auf jeden Fall mal zumindest verunsichert.














