Ohje, der Herbst ist da.
Ohje, es ist soweit, der Herbst ist da! Wir müssen uns wohl damit abfinden. Ich will mich nicht beschweren, der August und der September haben es mit uns in Berlin ja wirklich gut gemeint und es besteht ja immer noch eine berechtigte Hoffnung auf einen goldenen Oktober. Aber jetzt ist er erst mal da, der Herbst. Und zwar mit allem was dazugehört, wolkenverhangener Himmel, Nieselregen, pfeifender Wind. Das schreit aber doch auch geradezu nach einem Wohlfühlfeierabend mit heißen Bädern, Dampfbad, Sauna und Massage und das kann man in Berlin in Bädern mit historischer Patina oder auch moderner Atmosphäre bekommen.
Das Stadtbad Neukölln zählte bei seiner Eröffnung 1914 zu den prächtigsten Bädern Europas und auch heute kann man noch die Atmosphäre einer vergangenen Badekultur atmen. Noch fast alle Bereiche sind weitgehend originalgetreu erhalten, vom Eingangsbereich über die Schwimmhallen bis zum Saunabereich. Hier zu baden und entspannen macht es einem wirklich schwer zu verstehen, wieso die meisten Bäder unserer Zeit entweder reine Zweckbauten sind, wo das Kachelzählen beim Schwimmen das einzige ist, was das Auge zu tun hat oder Spaßbäder, die alles aufbieten, was die Farbpalette hergibt und bestimmt für Kinder toll sind, aber nicht das sind, was man sich unter Badekultur vorstellt. Eine löbliche Ausnahme macht da das Liquidrom. Räume aus Beton und Stein, die soviel Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen, dass man die Stadt mit ihrem fiesen Herbstwetter für eine Weile vergessen kann. Das besondere am Liquidrom sind die verschiedenen wechselnden Lichteffekte und Klangszenarien, die hier nicht vom Band kommen, sondern live gespielt werden.
Also ich für meinen Teil habe grade entschieden, was ich die nächsten kalten, regnerischen Feierabende machen werde. Und wer weis, vielleicht muss ich ja gar nicht so lang dem Herbst entfliehen und der Oktober wartet noch mit einigen Sonnenstunden und lauen Abenden auf.











