Berlin-Hotels im Internet suchen
Wer einen Ausflug in die bundesdeutsche Hauptstadt plant, ist meist als Erstes auf der Suche nach Hotels in Berlin. Die Auswahl ist riesig groß, und man sollte sich im Vorfeld Gedanken darüber machen, was man buchen möchte. Es gibt verschiedene Kategorien zur Auswahl, was die Ausstattung betrifft, aber auch spezielle Häuser, die sich auf Gäste eingerichtet haben wie Kinder oder Behinderte. Hier sollte man auch gezielt suchen. Zudem Read more
Tja, es ist ja unverkennbarerweise gerade Olympia. In Vancouver, einer Stadt, die man ja jetzt nicht gerade immer auf Anhieb auf dem Globus findet, strampeln sich Sportler aus aller Welt ab, um Medaillen, Ruhm und Werbeverträge mit Milka nach Hause zu bringen.
Doch auch hier in Good Old Germany finden täglich Wettbewerbe auf dem Eis statt. Vielleicht nicht ganz so elegant wie bei der unverwüstlichen Kati Witt, aber zumindest so schnell wie Claudia Pechstein rutschen die Berliner über die eisglatten Gehwege auf den Allerwertesten. Aber man weiß sich ja zu helfen, packt Spikes aus oder geht auf den Straßen.
Nur an eines ist nicht zu denken: Fahrradfahren. Nur Irre fahren gerade mit dem Rad. Und ich sehe mich nicht als Irren. Zwar kostet die BVG-Monatskarte schmerzliche 72 Euro, aber so viel ist mir meine Sicherheit doch wert. Während ich also jeden Morgen im warmen und überfüllten Bus zuckele, steht mein treues Rad sicher im Hinterhof und wartet auf den Frühling.
Dachte ich zumindest.
Nur wollte ich letztens den Müll runterbringen und nach dem guten alten Drahtesel sehen. Mülltonnen waren da, Fahrrad war weg. Da Entlaufen nicht in Frage kommt, wurde es geklaut. Bei dem Wetter! Wer klaut denn Fahrräder bei dem Wetter? Der muss ja noch irrer sein als derjenige, der damit fährt!

Die Reste vom Fahrradschloss...
Sauwütend stapfe ich ohne Müll und leider auch nun ohne Fahrrad wieder in die Wohnung. Erstmal alle möglichen Leute anrufen und vollheulen. War ja auch ein schönes Rad, nix für ein paar Tausend Euro, aber ein paar Hundert immerhin. Wenn ich jeden Tag damit fahre, will ich ja nicht mit nem Real-Bike eiern. Ein kurzer Kontrollblick auf die Finanzlage verschlechtert meine Stimmung weiter, ich habe keine paar Hundert für ein neues Fahrrad übrig.
Da fällt mir aber ein, dass ich ja mal eine Hausratversicherung abgeschlossen hatte. Der Typ war ganz nett damals, war da nicht auch was für’s Fahrrad dabei? Ich krame und suche. Weiß nur noch sowas wie Allianz Berlin. In meinem Sauhaufen finde ich wenig mehr als noch den Namen und die Anschrift: Allianz Generalvertretung Dipl.-Ing. Thomas Bienek, Zingster Straße 2, 13051 Berlin.
Und tatsächlich ein Happy-End: Ich rufe Herrn Bienek an und er regelt das völlig unkompliziert. Wie in der Werbung, denk ich. Und außerdem bin ich froh, dass sich so eine Versicherung echt lohnt, manchmal hab ich ja schon geglaubt, mich würde es nicht erwischen. Jedenfalls ist jetzt das Geld da und ich kann mir in der nächsten Zeit mein neues Fahrrad kaufen.
Auf die Dauer wäre die Monatskarte zu teuer geworden und ich hätte doch auf ein Real-Bike umsteigen müssen. Ich weiß auch schon, dass es kein Mountainbike mehr wird, sondern was mit schmaleren Reifen. Und dass es nagelneu sein wird und ich nicht viel drauflegen muss!
Bis dahin schlittere ich noch an den gestürzten Omas vorbei zum Bus.
Wenn ich versuche meine Erinnerungen an den Mauerfall zusammenzukramen kommen mir die Bilder von vor Freude weinenden Menschen am Brandenburger Tor in den Sinn, die damals über unseren westdeutschen Bildschirm flimmerten. Ich war noch ein Bub und ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich damals verstanden habe, was das Gesehene bedeutet, aber ich habe wohl verstanden, dass etwas Besonderes passiert. Ich kam nicht mehr vom Fernseher weg. Mir kommt auch mein Opa in den Sinn, der mir im Sommer darauf nach einem Besuch bei Bekannten „drüben“ auf meine Frage, wie lang das wohl dauert bis es ein Deutschland gibt und es „drüben“ so wie bei uns ist, antwortete: 20 Jahre.
Nun wohne ich mittlerweile in Berlin und finde es grade ganz erstaunlich, wie selbstverständlich und ohne zu überlegen mein Opa mir damals eine Zeit nannte und ich finde es eben so erstaunlich, wie selbstverständlich ich in meiner westdeutschen Sozialisation davon ausgegangen bin, dass es im ostdeutschen Teil so werden soll wie in dem Teil, in dem ich aufgewachsen bin. Besserwessi eben.
Aber hatte mein Opa Recht? Vielleicht lag er mit 20 Jahren gar nicht so falsch. Trotz nicht enden wollender Diskussionen über die Unterschiede zwischen Ost und West kann man glaub ich mittlerweile von einem Deutschland sprechen, aber nicht einem, dass so ist wie „bei uns“, sondern einem mit vielen Gemeinsamkeiten und vielen Unterschieden; zwischen Nord und Süd, zwischen Hamburgern und Münchnern, Rheinländern und Schwaben und auch zwischen Ost und West. Grade hier in Berlin, wo es die Republik in Miniatur gibt, wo sich neben den „echten“ Berlinern Menschen aus allen Teilen des Landes zusammenfinden, wird das doch deutlich. Es gibt eben viele Unterschiede und auch viele Gemeinsamkeiten.
Bestimmt aber hätte man an dieser einmaligen geschichtlichen Zäsur mehr auf die auf einmal zusammenkommenden Unterschiede, die nun zusammenwachsen sollten, schauen können und mit den Lebensgeschichten die ja ohne Frage in Ost und West unterschiedlich waren stärker als geschehen das Gemeinsame finden und bilden können. Aber für mich bleibt das bestehen, was ich damals vor 20 Jahren wohl auch empfunden habe, das etwas Besonderes passiert ist! Ostschrippe hin, Westampelmännchen her, ich find es einfach toll von meiner Wohnung in Friedrichshain in die Kneipe nach Kreuzberg fahren zu können und von der Warschauer Brücke den schönsten Blick auf unser gemeinsames Berlin haben zu können.
Im Tape, einem feinen und mittlerweile schon nicht mehr wirklich als Geheimtipp zu bezeichnenden Club in der Heidestraße unweit des Hauptbahnhofs, wird nicht nur grandios gefeiert sondern es finden in steter Regelmäßigkeit auch Ausstellungen statt, die einen Besuch mehr als lohnen. Nicht zuletzt, weil auch bei den Ausstellungseröffnungen das Feiern nicht vergessen wird! So geschehen letzten Freitag zur Eröffnung von Tape Modern 12.
Die Gegend rund um den Hamburger Bahnhof ist ja nicht erst seit Gestern bekannt für eine hohe Dichte an Galerien und Ateliers und so findet nun schon zum zwölften Mal im Tape die Austellungsreihe „Tape Modern“ statt. Kuratiert wird sie von Erik Niedling and Amir Fattal und trägt den Titel „Neun Arten von Gelände“. Die Gruppenausstellung, für die es diesmal Beiträge von 19 Künstlern gibt, findet in Zusammenarbeit mit „Heidestraße Galleries“ und „Halle am Wasser“ statt. Die gezeigten Arbeiten haben dabei keinen thematischen Zusammenhang, sondern zeigen eher den intensiven und unterschiedlichen Zugang der Künstler zu ihrem Terrain, wofür die neun Arten von Gelände im Titel stehen. Von Zeichnungen und dem photographischen Schwerpunkt der Ausstellung werden über Objektkunst und Videokunst auch Installationen mit Happeningcharakter gezeigt.
Doch wer das am Eröffnungstag sehen wollte, musste früh da sein, wobei früh sein bei einer Vernissage im Tape so etwa 22.00 Uhr heißt. Über 1000 Kunstbegeisterte drängten sich zu Spitzenzeiten in der Ausstellungshalle und im Clubbereich. Bis 23.00 Uhr konnte man auch noch umsonst kommen und sich zuerst die Arbeiten ansehen und drüber plaudern um dann das Wochenende tanzend einzuläuten. Eine schöne Art sich nicht nur als Partyelse, sondern auch kulturverständig zu zeigen.
Morgen wird in einem Festakt das Neue Museum wieder eröffnet und damit sind zum ersten mal nach dem Krieg wieder alle fünf Museen auf dem Unesco-Weltkulturerbe Museumsinsel zugänglich und nach fast 70 Jahren kehrt Nofretete wieder zurück ins Neue Museum. Das von Friedrich August Stülers 1855 fertig gestellte Gebäude war schon zu seiner Entstehungszeit gefeiert und zählte zu den besten Museen der Welt. Im Krieg wurde es stark zerstört und friste zu DDR-Zeiten ein eher trostloses Dasein.
Nach der Wiedervereinigung wurde David Chipperfield beauftragt, das Gebäude wieder herzustellen und sein Umgang mit der Ruine löste viele Diskussionen aus, hat er doch nicht versucht den Stülerbau originalgetreu wiederherzustellen, sonder ergänzte die noch erhaltenen Baufragmente sensibel mit modernen, aber den Bestand respektierenden Bauteilen und ließ die Spuren der Zerstörung sichtbar. Anfang des Jahres wurde nun das Neue Museum an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben und trotz vorangegangener kritischer Stimmen, die eine Rekonstruktion des Stülerbaus forderten, begeisterte das Ergebnis fast durchgängig die Besucher, Fachleute und Interessierte. In der Zwischenzeit wurde nun die Ausstellung fertig gestellt, samt der Rückkehr der Nofretete und morgen wird Bundeskanzlerin Angela Merkel das Neue Museum endgültig für das Publikum freigeben. Am Wochenende werden in den zwei Tagen mit freiem Eintritt zehntausende Besucher erwartet.
Auf fast 8000 qm Ausstellungsfläche bekommen die Besucher die Pracht der ägyptischen Sammlungen sowie Objekte zu Vor- und Frühgeschichte zu sehen. Es werden insgesammt fast 9000 Objekte ausgestellt, die textlich nur knapp erläutert werden und hauptsächlich durch ihre Präsenz wirken sollen. Von einem 700000 Jahre alten Faustkeil bist zu Zeugnissen aus der Zeit Karls des Großen bekommt der Besucher einen Überblick über unsere Geschichte, besonders beeindruckend sind dabei die ägyptischen Statuen, die einen auf Augenhöhe anblicken. Herausragend ist besonders der Schatz des Priamos, der von Heinrich Schliemann 1873 im antiken Troja entdeckte. Der Grossteil befindet sich allerdings seit dem Zweiten Weltkrieg in Russland und lagert im Moskauer Puschkin Museum.
Das Glanzstück bleibt allerdings die Nofretete, die sicherlich ganz vorne in der Publikumgunst liegt! Aber trotz ihrer beeindruckenden Schönheit sollte man sich bei einem Besuch nicht den Rest der überwältigenden Ausstellung und natürlich auch nicht die Architektur des Museums entgehen lassen. Ich für meinen Teil freu mich jedenfalls sehr darauf.
Kreuzberg hat eine Weinkönigin! Die Grünen-Fraktion in Friedrichshain Kreuzberg hat sie unter der Schirmherrschaft von Bezirksbürgermeister Franz Schulz gesucht und gefunden in Stefan Boltz. Ja, nicht Stefanie, sondern Stefan. Denn die erste Kreuzberger Weinkönigin sollte nicht zwangsläufig deutsch weiblich und vorzugsweise blond sein, um den auf dem Kreuzberg angebauten Kreuz-Neroberger zu repräsentieren – ein Wein der sich (nicht) wirklich mit den Pfälzer Weinen, dem Herkunftsgebiet der neuen Weinkönigin, messen kann.
Die Weinkönigin sollte vor allem in den Gebieten schwul-lesbisches Leben, Gleichstellung, Migration und ökologischem Landbau bewandert sein und dazu Stellung nehmen. Ganz deutlich waren Berliner jeden Geschlechts, jeder Hautfarbe und jeder sexuellen Orientierung aufgerufen sich der Wahl zu stellen. “Mit der Veranstaltung wollen wir ein Zeichen im Sinne des Diversity-Ansatzes setzen und zeigen, dass in Friedrichshain-Kreuzberg Platz für alle Lebensentwürfe und Kulturen ist” meinte dazu Tine Hauser-Jabs von der grünen Fraktion im Bezirksparlament Friedrichshain-Kreuzberg.
Natürlich ging es aber auch hier nicht nur um eloquentes Auftreten, sondern auch die Repräsentationsfähigkeiten wurden getestet und so mussten die KandidatInnen zunächst bei einem Hindernisparcour beweisen, wie sicher, schnell und dabei immer noch graziös sie sich mit einem Glas Wein auf einem Tablett bewegen können. Zugegeben war das was man sah nicht immer graziös, aber schnell waren einige, die das Glas einfach in die Hand nahmen. Auch das tänzerische Können spielte eine Rolle und die KandidatInnen versuchten mit einem Partner aus der Reihe der Zuschauer die Jury zu überzeugen, dass sie in der Lage sind, sich auf (inter)nationalem Parkett stilsicher zu bewegen. Aber auch hier war bei so einigen das Bemühen deutlich größer als das Können, animierte aber trotzdem die Zuschauer in der einsetzenden Berliner Herbstkälte sich warm zu tanzen. Und wem dann während der folgenden Reden der potentiellen Weinköniginnen kalt wurde, der könnte sich mit Wein oder auch Kaffee wärmen, bis schließlich die Jury die erste Kreuzberger Weinkönigin verkündete: Stefan Boltz! Er wurde von Christian Ströbele gekürt, samt Schärpe und Krönchen, und wird nun für ein Jahr amtieren. Man darf gespannt sein und sich schon jetzt auf die Wahl im nächsten Jahr freuen.
Ich glaub, was die Wochenendgestaltung angeht, ging es ja bisher um einiges, was man alles Tolles in Berlin machen und erleben kann. Aber grade wenn es abends wieder dunkler wird und es noch dazu beständig regnet, fällt einem doch auch wieder Tolles ein, was man in den eigenen vier Wänden machen kann. Pokern zum Beispiel. Spätestens seitdem die Pokerrunde zum medialen Ereignis geworden ist und von DSF als Fernsehzuschauer bis zu Facebook selber spielend überall gepokert wird, gibt es bei mir nun auch einen schicken kleinen Alukoffer mit Allem, was man zu einem gelungenem Pokerabend braucht! Also eigentlich hab ich ja keinen blassen Schimmer davon und ein Pokerface gehört nun auch nicht wirklich zu meinem Standardrepertoire was Mimik angeht, aber es macht einfach unglaublich viel Spaß. Vielleicht grade, wenn man nicht zu den Profispielern zählt!
Natürlich gehört auch ein Einsatz dazu. Es ist wirklich unglaublich wie die Anspannung und der Nervenkitzel steigt wenn man nur einen Euro in den Topf geschmissen hat. Der darf nicht verloren gehen! Nachdem sich dann alle in der Runde nochmal so halbwegs die Regeln in Erinnerung gebracht hatten, kann es dann auch schon losgehen. „Blind“ und „big blind“, der kleine und große festgelegte Einsatz, den immer zwei Spieler leisten müssen, werden gesetzt, der „dealer“ gibt. Natürlich muss vorher noch der Nebenmann „abheben“, also ein paar Karten vom gemischten Stapel nehmen, um sicher zu gehen, dass der „dealer“ auch nicht die Karten seiner Wahl unterschiebt. Oder er vertraut ihm und klopft fachmännisch auf den Stapel. Dann wirft also jeder einen kurzen Blick in die Karten, nur kurz, und alles was man jetzt noch an Überlegungen anstellt, weil man entweder keine Ahnung hat, was man mit den Karten anfangen soll oder man sich diebisch über das gute Blatt freut, tut man nun tunlichst ohne eine Gesichtsregung. Das muss ich wohl noch ein bisschen üben. Aber es sieht gar nicht schlecht aus, ein Damenzwilling!
Der Spieler neben dem „big blind“ entscheidet nun on er mitgeht und „callt“. Ja, wird gemacht. Und wenn alle Spieler dabei sind oder auch das Blatt geschmissen haben, sammelt der „dealer“ die Einsätze ein. Jetzt wird’s ja dann auch erst richtig spannend, neue Karten kommen ins Spiel. Aber zuerst muss die „burnercard“ zur Seite gelegt werden, also die oberste Karte vom Stapel. Jetzt ist auch sichergestellt, dass keiner diese Karte beim austeilen schon gesehen hat und nun einen Vorteil hat. Wichtig. Und jetzt der „Flop“, drei Karten werden aufdeckt. Karo 2, Kreuz 8, Karo 10, nichts was meine Situation verändern würde, aber bei den anderen sieht’s wohl auch nicht wirklich gut aus. Der erste „checkt“, wartet also ab und macht keinen Einsatz, der nächste ebenso. Nun bin ich dran und ich werd mal en bisschen angreifen und geh gleich mit 50 rein. Was sagen die Blicke? Keine wirkliche Reaktion, aber noch gehen dann doch alle mit! Die nächste Karte kommt ins Spiel, der „turn“. Dame Herz. Und spätestens jetzt ist die Sache wohl klar, mit einem „Drilling“ sollte ich das doch in der Tasche haben. Der erste steigt schon mal aus, ihm ist es wohl zu heiß geworden. Er hätte doch „checken“ sollen, aber wir Anfänger haben’s halt noch nicht so ganz raus. Der nächste geht mit 100 rein, blufft er oder hat er am Ende tatsächlich am Ende was auf der Hand? Es kann ja nur ne Straße bei ihm sein und dann wär ich raus. Trotzdem geh ich natürlich mit meinem Drilling mit. Der nächste ist auch raus. Jetzt sind wir nur noch zu zweit im Spiel und die letzte Karte, „river“, kommt ins Spiel. Kreuz 3, na jetzt kann ja tatsächlich nicht mehr viel passieren. Er geht auch nur noch mit 20, dem „big blind“ rein, er hat bestimmt nichts auf der Hand. Ich erhöhe gleich auf 50, ob er noch mal erhöht? Nein, er geht mit und will sehen! Ha, mein Damendrilling war einfach zu gut, aber so wirklich hoch ist mein Gewinn dadurch auch nicht geworden. Naja, die nächste Runde kommt. Und es kommen noch viele, bis irgendwann jemand feststellt, dass es schon nach drei ist. Es regnet immer noch.
Endlich hat Berlin wieder was zu feiern, die Herta ist ganz oben! Naja, nicht die Hertha, da wird das wohl vorerst nichts mehr, aber Herta Müller wurde es und zwar die erste Berliner Literaturnobelpreisträgerin. Naja Wahlberlinerin, aber das sind ja so viele, mich eingeschlossen. Geboren und aufgewachsen ist die Autorin nämlich als Deutschstämmige in Rumänien. Dort wurde sie von der Geheimpolizei verfolgt, weil sie eine Zusammenarbeit mit ihr verweigerte. Sie begann noch in Rumänien als Autorin zu arbeiten und konnte auch, allerdings zensiert, veröffentlichen. Schließlich gelang es ihr 1987 nach Westberlin überzusiedeln und verarbeitete fortan in ihren Büchern die Erfahrungen in Rumänien.
Und hier in Berlin wird Herta nun von den Berlinern gefeiert, die gesamte Berliner Presselandschaft freut sich, dass man mal wieder etwas hat auf das Berlin stolz sein kann – wenn´s schon nicht die Hertha ist. Die Preisträgerin selbst, die nun um etwa 1 Million Preisgeld inklusive Ruhm und Ehre reicher ist, war sichtlich überrascht über die Auszeichnung. Dank der BZ wissen wir jetzt auch wo sich Frau Müller ihre Kürbiskernbrötchen kauf, dass sie eine sehr angenehme Nachbarin ist, die gern mal für ´nen Plausch auf dem Treppenabsatz zu haben ist und ansonsten ihren Garten hingebungsvoll pflegt. Die etwas ernsthaftere Presse interessierte sich dann mehr für die Bedeutung, die diese Auszeichnung für die Literaturwelt hat. Neu war ja in diesem Jahr, dass eine weltweit noch relativ unbekannte Autorin ausgezeichnet wurde im Unterschied zu beispielsweise Günter Grass, der längst weltweit bekannt und erfolgreich war, als es zu seiner Ehrung kam. So kann man nun gespannt sein, wie die nur in Deutschland und hier auch wirklich nicht jedem bekannte Autorin von den Lesern in der Welt aufgenommen wird.
Etwas anders aber doch ähnlich verhält sich dieses Jahr beim Friedensnobelpreis. Den bekommt zwar keine ganz unbekannte Person, aber einer der irgendwie noch nicht so wirklich viel außer vielen guten Absichten vorzuweisen hat. Barack Obama ist der diesjährige Friedensnobelpreisträger! Entsprechend bescheiden nahm er den Preis auch entgegen und sah sich nicht in der Reihe der früheren Preisträger. Er betrachtete diese Auszeichnung nicht als Anerkennung für seine Leistungen, sondern eher als Ansporn. Das ist ja irgendwie sympathisch und da sind wir gespannt!

















