Wer kennt nicht die legendäre Lästerei von Wim Thoelke über den Frauen Fußball im ZDF Sport Studio 1970. Und erst im selben Jahr hob auch der DFB sein Verbot des Frauen Fußballs auf, verband dieses aber mit skurrilen Auflagen (Winterspielverbot).

41 Jahre später kommen 75.000 Zuschauer in das Berliner Olympiastadion und 14 Millionen Menschen sitzen vor dem Fernsehgerät, um die deutsche Mannschaft beim Auftakt der 6. FIFA Frauen-Weltmeisterschaft zu bejubeln. Nach der Männer WM 2006, nun die erste Auflage der Frauen auf deutschem Boden. 16 Mannschaften aus aller Welt mussten sich in engen Qualifikationsspielen durchsetzen, und starke Mannschaften wie China, Italien oder die Niederlande blieben auf der Strecke.

Frauenfußball

Frauenfußball WM2011, Quelle: Alexandra H./pixelio.de

Nun geht es in Berlin, Dresden, Sinsheim, Bochum, Leverkusen, Augsburg, Mönchengladbach, Wolfsburg und Frankfurt zur Sache. Die Mannschaften präsentieren sich auf Augenhöhe, das taktische und athletische Niveau ist überragend. Ein Favorit ist nach den ersten Spielen noch nicht auszumachen, obwohl hierzulande jeder den dritten Titel der deutschen Mannschaft ob des Heimvorteils erwartet. Warten wir ab, wer am 17.Juli 2011 in Frankfurt den Pokal mitnehmen darf.  Die bisherigen Weltmeister Deutschland, USA  oder Norwegen? Teams die schon nahe dran waren wie Schweden oder Brasilien? Oder Newcomer wie Japan, Frankreich oder England? Für Spannung ist in den nächsten Wochen gesorgt.

Superwahljahr 2009, es beginnt mit der aufregenden Europawahl. Immer ein Schlager bei der Beteiligung, bei der letzten im Jahr 2004 sank diese auf berauschende 43 Prozent. Irgendwie auch kein Wunder, ist das Parlament doch weit und wo eigentlich? Brüssel? Straßburg? Irgendwie weiß man das ja auch nicht und irgendwie klingt das für mich immer nach Agrarsubventionen und Geldern für den Brückenbau und so.
Apropos berauschende Prozentzahlen, die kennt die SPD ja auch zu Genüge und hat irgendwie wohl berechtigtes Muffensausen, dass die nächste Bundesregierung ohne ihre Beteiligung gebildet werden könnte. Und weil sie das nicht will, hat sie jetzt einen tollen Kanzlerkandidaten, und der muss sich zeigen.

Und deshalb zeigt sich Frank-Walter Steinmeier auch am 06.06., also einen Tag vor der Wahl in Prenzlauer Berg und eröffnet die Respect Gaymes, ein Sport- und Kulturevent, bei dem ein Fußballspiel im Mittelpunkt steht. Dabei ist es das Ziel der Veranstalter ist es, Respekt unter Jugendlichen aller Kulturen Respekt für andere als heterosexuelle Lebensweisen zu wecken. Dementsprechend sind einige Stars und Sternchen da, naja, der Reißer wird wohl Elli Erl mit ihrem Konzert nicht werden (Für die 98 Prozent der Leser, die nicht mehr wissen, wer das ist, die hat mal bei Deutschland sucht den Superstar gewonnen, vor gefühlten 20 Jahren), aber es haben sich doch viele angemeldet, um das wirklich gute Ziel dieses Events zu unterstützen.

Respect Gaymes am Tag vor der Europawahl

Respect Gaymes am Tag vor der Europawahl

Und natürlich auch aus der Politik, hauptsächlich auch schwule und lesbische PolitikerInnen, oder solche, die sich für gleiche Rechte und Gleichstellung einsetzen.

Irgendwie wirkt der Auftritt von Steinmeier hier doof. Nicht, dass ich ihn nicht mag, vielmehr hab ich so gut wie keine Meinung zu ihm, aber die SPD hat sich in Berlin trotz schwulem Regierenden nicht sonderlich für Rechte von anderen sexuellen Identitäten (hab ich gestern gelernt, heißt nicht mehr “sexuelle Orientierung”) eingesetzt. Auf Bundesebene ziehen sie allenfalls etwas müde mit, wenn überhaupt. Noch immer sind es traditionell die Grünen, die Homo-Politik machen. Aber Steinmeier selbst habe ich noch nie ein Wort über dieses Thema sagen hören und jetzt isser hier der große Stargast.

Vielleicht war die Eröffnung der Ausstellung des Karnickelzuchtvereins Weißensee an diesem Tag schon von Frau Merkel okkupiert.
Naja, trotzdem kann man ja vorbeischauen, sicher ne Gaudi.