Endlich hat Berlin wieder was zu feiern, die Herta ist ganz oben! Naja, nicht die Hertha, da wird das wohl vorerst nichts mehr, aber Herta Müller wurde es und zwar die erste Berliner Literaturnobelpreisträgerin. Naja Wahlberlinerin, aber das sind ja so viele, mich eingeschlossen. Geboren und aufgewachsen ist die Autorin nämlich als Deutschstämmige in Rumänien. Dort wurde sie von der Geheimpolizei verfolgt, weil sie eine Zusammenarbeit mit ihr verweigerte. Sie begann noch in Rumänien als Autorin zu arbeiten und konnte auch, allerdings zensiert, veröffentlichen. Schließlich gelang es ihr 1987 nach Westberlin überzusiedeln und verarbeitete fortan in ihren Büchern die Erfahrungen in Rumänien.

Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller

Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller

Und hier in Berlin wird Herta nun von den Berlinern gefeiert, die gesamte Berliner Presselandschaft freut sich, dass man mal wieder etwas hat auf das Berlin stolz sein kann – wenn´s schon nicht die Hertha ist. Die Preisträgerin selbst, die nun um etwa 1 Million Preisgeld inklusive Ruhm und Ehre reicher ist, war sichtlich überrascht über die Auszeichnung. Dank der BZ wissen wir jetzt auch wo sich Frau Müller ihre Kürbiskernbrötchen kauf, dass sie eine sehr angenehme Nachbarin ist, die gern mal für ´nen Plausch auf dem Treppenabsatz zu haben ist und ansonsten ihren Garten hingebungsvoll pflegt. Die etwas ernsthaftere Presse interessierte sich dann mehr für die Bedeutung, die diese Auszeichnung für die Literaturwelt hat. Neu war ja in diesem Jahr, dass eine weltweit noch relativ unbekannte Autorin ausgezeichnet wurde im Unterschied zu beispielsweise Günter Grass, der längst weltweit bekannt und erfolgreich war, als es zu seiner Ehrung kam. So kann man nun gespannt sein, wie die nur in Deutschland und hier auch wirklich nicht jedem bekannte Autorin von den Lesern in der Welt aufgenommen wird.

Etwas anders aber doch ähnlich verhält sich dieses Jahr beim Friedensnobelpreis. Den bekommt zwar keine ganz unbekannte Person, aber einer der irgendwie noch nicht so wirklich viel außer vielen guten Absichten vorzuweisen hat. Barack Obama ist der diesjährige Friedensnobelpreisträger! Entsprechend bescheiden nahm er den Preis auch entgegen und sah sich nicht in der Reihe der früheren Preisträger. Er betrachtete diese Auszeichnung nicht als Anerkennung für seine Leistungen, sondern eher als Ansporn. Das ist ja irgendwie sympathisch und da sind wir gespannt!