So, nachdem ich ja genug geschrieben habe, was man im Sommer in Berlin ja alles unternehmen kann, hab ich das auch mal ausgiebig getan und der Blog hatte etwas Pause.
Zurück vom Urlaub und voller frischer Eindrücke geht’s jetzt mit neuem Elan weiter. Wobei ich ja gestehen muss, dass ich Berlin sogar mal verlassen habe, um mir eine andere Stadt anzusehen. Es war die Blüte Hollands, Amsterdam, bekannt durch malerische Grachten, Kiffe und Nutten.
Das waren jedenfalls meine ersten Gedanken dazu, und ich muss sagen, sie wurden keinesfalls enttäuscht. Außer dass man noch “klapprige Fahrräder” zu der Aufzählung hinzufügen kann.
Am ersten Tag nach dem Flug mit der dollen Fluglinie Transavia.com, die ja einige Wochen lang vor jeder Nachrichtensendung von Radio 1 Werbung gemacht hatte, ging es gleich in die Vollen. Der Flughafen von Amsterdam, Schiphol (bitte nicht fragen, wie man das ausspricht…), liegt auf dem Grunde eines ehemaligen Sees, also einige Meter unter dem Meeresspiegel. Letzteres ist aber gar nicht so besonders da.
Und gleich zum Fahrradverleih, um sich typisch für Amsterdam mit einem Fiets einzudecken. Dort musste ich feststellen, dass es drei verschiedene Arten von Fahrrädern gibt: Klapprig mit Rücktritt, Klapprig mit Bremse und Klapprig mit nicht funktionierender Gangschaltung. Tja, der Holländer ist echt unprätentiös mit seinen Fahrrädern, geklaut werden die Dinger, die bei uns höchstens am S-Bahnhof Warschauer Straße von der Brücke hängen, trotzdem wie wild. Also ein Schloss dazu bekommen, das dem ersten Augenschein nach achtmal so viel wert war wie das quietschende Fahrrad.
Und dann auf ins Getümmel. Die Stadt ist unglaublich. Erster Eindruck: Vor allem unglaublich klein. Tatsächlich leben da wohl knapp nur ne dreiviertel Million Menschen. Aber es gibt alles. Vor allem Coffee-Shops, in denen jetzt lustigerweise Rauchverbot herrscht. So ganz verstehe ich die Holländer echt nicht. Die Stadt riecht also zumindest in der Altstadt unglaublich nach Kiffe. Die Nase ist also bedient. Die Ohren haben es hier echt gut, denn die häufig sehr schmalen Straßen an den Kanälen entlang lassen keinen großen Autoverkehr zu. Dafür gibt es jede Menge Fietsen, also Fahrräder, aber scheinbar keine Verkehrsregeln. Mir schien, dass neuere Fahrräder Vorfahrt haben. Und es gibt unglaublich viele Touristen. Schätzungsweise so viele im Jahr wie in Berlin, dafür ist die Stadt eben so klein und die Touristen sind so konzentriert, fahren alle mit Fahrrädern und haben Faltpläne in der Hand.
Die Nutten sitzen hier im Schaufenster und haben regen Besuch, von älteren Herren, die auffällig unauffällig tun, jungen Backpacker-Teenie-Jungs, die mit etwas verkifften Augen nicht wissen, ob sie sich interessieren sollen oder einfach nur kichern und von schwulen Männern, die sich nicht die Bohne für die barbusigen “Schönheiten” interessieren.
Also Amsterdam pur! Aber jetzt bin ich auf Umwegen wieder in Berlin und freue mich, dass die Straßen breit und die Touristen weit sind.
Tot ziens!












