Eigentlich hatte ich mich innerlich schon darauf eingestellt, dass es immer so bleiben würde. Und dass ich auch einfach das ganze Jahr 2009, is ja eh ein Krisenjahr, wie man überall gesagt bekommt, zu Hause in der Wohnung zu verbringen und mich arm zu heizen. Die Bäume waren weiterhin nur kahle Striche in einer Mischung zwischen grau und braun und die Straßen sahen so kalt, nass und hässlich aus, dass ich lieber daheim sein wollte und im Internet surfen.
Da ist ja das Wetter immer gut.
Aber plötzlich fing es an. Zuerst hörte nur der Regen auf, dann hat mein Lieblingsbaum im Hinterhof – eine japanische Winterkirsche – vor meinem Balkon angefangen. Kleine grüne Punkte waren auf den Zweigen zu sehen. Und dann ging es ganz schnell. Zack, waren es am letzten Donnerstag 20 Grad hier in Berlin. Zack, waren die Straßen voller Menschen, die – o Wunder – ein Lächeln auf dem Gesicht trugen.
Das scheint mir auch nirgendwo so extrem zu sein wie in Berlin: Gib ihnen Sonne und wenn du sie nach dem Weg fragst, würden sie dich am liebsten hinfahren. Nimm ihnen die Sonne und du kannst froh sein, dass dich die Antwort, wenn du überhaupt eine bekommst, nicht in genau die Falsche Richtung schickt.
Und jetzt ist sie da, die gelbe Sau, und lässt Berlin zur schönsten Stadt mit den nettesten Einwohnern werden. Alle Freunde laden zu Balkonpartys ein, die erste am DonnersFreitag war wunderbar und bei einem Italiener, der bereits den Sommer eingeläutet hat.
Allerdings gehört dazu auch jede Menge Arbeit, zum Frühlingsanfang. Der Balkon war über den Winter einfach zur Müllhalde verkommen und die Balkonmöbel waren zum Überwintern im Keller.
Jetzt ist das geschafft und ich habe mich sogar dazu gebracht, das Fahrrad zu putzen und die Kette zu entfetten. Die letzten Sonnenstrahlen trocknen jetzt die Kette und bis alles trocken ist, schreibe ich diesen Frühjahrseintrag. Nur frage ich mich, wie ich je wieder den Ölschmierdreck unter den Fingernägeln wegkriegen soll, hat jemand vielleicht nen Tipp?












