Da hat man es endlich irgendwie geschafft hunderte Einzelteile zusammenzuschrauben und es scheint am Ende tatsächlich irgendwie eine Küche dabei raus gekommen zu sein und dann passiert kurze Zeit später was nicht passieren soll: Die Oberfläche der Arbeitsplatte platzt auf, irgendein Materialfehler. Erstaunlicherweise klappte die Reklamation ziemlich problemlos. Eine Mail geschrieben, es kam jemand vorbei und hat es sich angeschaut und es wurde ein Termin vereinbart. Ich bekam eine Telefonnummer und musste dann nur noch am vereinbarten Tag anrufen, um das Zeitfenster zu erfragen. Immerhin muss man so nicht den ganzen Tag zuhause warten.

Die Arbeitsplatte war kein Mitnahmeartikel

Die Arbeitsplatte war kein Mitnahmeartikel

Aber wieder passiert was nicht passieren soll: Ich kann die Telefonnummer nicht mehr finden. Der vermeintlich einfachste Weg etwas bei IKEA zu erreichen – das hab ich gelernt – ist per Mail, ansonsten hat man Anna an der Strippe und das hilft meist nicht wirklich. Meine Mail führte allerdings auch nicht zum Erfolg. Ein Tag zur Beantwortung einer Mail ist wohl zu wenig, also blieb nur der telefonische Weg. Mittlerweile habe ich aber begriffen, dass ich einfach 4 mal irgendetwas sagen muss, was Anna nicht versteht, damit sie mich mit einem echten Menschen verbindet.

Nun denkt man, ist das erst einmal geschafft, brauch ich nur noch die Vorgangsnummer mitzuteilen und ich bekomme die Telefonnummer. Leider falsch gedacht. Unter dem Vorgang ist die erforderliche Nummer nicht hinterlegt. Die Mitarbeiterin war nun auch mit ihrem Latein am Ende, aber ein, zwei Mal weiterverbunden konnte ich nun zumindest die Nummer des Transportschalters in Tempelhof bekommen, die mir nun weiterhelfen sollten. Doch leider war dort auch nach viermaligem Anrufen innerhalb einer halben Stunde niemand zu erreichen. Also blieb nur der erneute Versuch Anna auszutricksen und einen Mitarbeiter im Service-Center zu erreichen. Das war allerdings ziemlich unnötig, eine andere Nummer gab es nicht. Nachdem ich es dann also erneut noch einmal beim Transportschalter Tempelhof versucht habe, konnte ich tatsächlich dort jemanden erreichen, der mir eine Nummer geben konnte unter der ich die genaue Zeit erfragen konnte. Ein langer Weg.

Und oh Wunder, mittlerweile ist die Arbeitsplatte ausgetauscht und die Küche erstrahlt in vollem Glanz. Ick freu mir.

Von Tempelhof reden noch die Nostalgiker, an der Grenze zu Brandenburg wird emsig gearbeitet. Der Flughafen Berlin-Brandenburg-International, kurz BBI, ist eine Baustelle der Superlative.

Flughafen SchönefeldMit einer Größe von mehr als 2.000 Fußballfeldern (!), einem Investitionsvolumen von 3,5 Milliarden (!!) Euro und 2.500 Arbeitern ist es Europas größte Flughafenbaustelle und feiert demnächst ein Jubliäum:

Am Pfingstmontag wird nun die Baustelle 1.000 Tage alt. Nicht, dass man bis jetzt auch nur irgendwas davon gesehen hätte, ich war ja selbst letztens dort auf dem Weg nach Stockholm. Doch das liegt vor allem daran, dass hauptsächlich in der Erde gebuddelt wurde. Strom, Leitungen, Wasser, Abwasser, eben so alles, was einen Haufen Arbeit macht und keiner sieht.

Aber langsam geht’s in Schönefeld jetzt richtig los und der BBI, der ja dann bald Berlins einziger Flughafen sein soll, wächst auch in die Höhe. Krasserweise ist der S-Bahnhof bereits fertig, der ist auch ganz tief unter der Erde, sodass man zukünftig nicht mehr den unfreiwilligen Pilgerweg von S-Bahn zum Terminal nehmen muss. 2011 soll’s dann soweit sein und BBI nimmt den Betrieb auf.
Auf der neuen Landebahn sind derzeit allerdings noch Kreuze montiert, damit keiner aus versehen drauf landet…

Groß ist das Gewese um die Zukunft des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Man hört hier in Berlin ständig von der “Bread and Butter”, einer Modemesse, die zweimal im Jahr hier stattfinden soll. Es wird sich gestritten, ob diese Messe für das Terminalgebäude gut ist, denn durch die halbjährliche Besetzung ist es unmöglich, den Bau ganzjährig zu vermieten.
Und da ist da noch das große Flughafengelände. Sage und schreibe 44 mal würde man das Olympiastadion darauf unterbringen können und jetzt wird überlegt, was man damit machen kann.

Der Senat lobt Ideenwettbewerbe aus und die – nicht immer ernst gemeinten – Resultate bescheren den hiesigen Käseblättchen tolle Schlagzeilen wie “Wird Tempelhof jetzt zum Riesenpuff?” Andere wollen einen Berg da haben, The Berg, genauer gesagt.   Ein paar hundert Meter soll er hoch sein, die Fangemeinde wächst täglich.

The Berg

The Berg

Die Anwohner in den angrenzenden Stadtteilen Kreuzberg, Tempelhof und Neukölln beschäftigt hauptsächlich eine Frage: Wird es zukünftig teurer werden, hier zu wohnen? Und manche erschreckten sich ganz gehörig, als sie vor ein paar Tagen einen Brief mit dem Logo der Wohnungsbaugesellschaft in ihrem Briefkasten fanden, der ihnen sagte: „Hiermit teilen wir Ihnen mit, dass aufgrund der veränderten Situation in Ihrer Umgebung nicht davon abgesehen werden kann, Ihre Miete zu erhöhen“.

Erst wenn man das Schreiben umgedreht hat, sah man, dass eine Interessensgemeinschaft namens “Squat Tempelhof”, bestehend aus linken und autonomen Aktivisten, hier gegen die Pläne der Errichtung von Neubauten auf dem Tempelhofer Feld aufmerksam machen wollte.

Allerdings wohnen gerade in Tempelhof viele Migranten, die den “Scherz” wegen schlechten Deutschkenntnissen vielleicht gar nicht verstanden haben. Die sind jetzt auf jeden Fall mal zumindest verunsichert.