Längst hat er das Brandenburger Tor abgelöst, wenn es um die Darstellung von Berlin geht. Vor allem die jungen Touristen wollen lieber an den Alexanderplatz und die sozialistische Höhendominante sehen als das zugegebenermaßen etwas kleine Tor am Pariser Platz.
Und wem gehört der Fernsehturm? Eigentlich ganz einfach, wenn man sich mal an die Fußball-WM zurückerinnert, als er zu einem gigantischen Fußball umgestylt wurde. Denn die Flecken waren nicht schwarz, wie beim Durchschnittsfußball, sondern rosa. Nein, auch nicht rosa, denn die Farbe heißt ja Magenta und sie gehört der Ta-da-da-di-da-Telekom.
Derzeit ist die Telekom aber eher in rosarot als in magenta, wenn man sich die Werbung anschaut. Überall Rosenblüten und verliebte Paare. Und nun hat sie auch ihren größten Werbeträger wieder aktiviert, und ich meine weder Manfred Krug noch Robert T. Online. Der Berliner Fernsehturm kriegt nämlich sozusagen eine Strumpfhose über den Sockel gezogen (bei der Form dieses Turms könnte man auch von einem Kondom sprechen), die mit Liebessprüchen bedruckt ist. Sieht süß aus, hat aber einen komischen Beigeschmack, denn gerade bei Romantik ist die Grenze zum Kitsch schnell überschritten. Was die Telekom so wunderbar in ihrer Fernsehwerbung noch hinbekommen hat, wirkt am Fernsehturm billig. Außerdem ist es schwer zu lesen und die ersten Passanten sollen am Alexanderplatz auch schon aufeinandergeknallt sein, weil sie wie Wilhelm Buschs Hans-Guck-In-Die-Luft nicht mehr sahen, wer vor ihnen lief.
Noch ziehen Industriekletterer das Riesenkondom über den Fernsehturm, das Ganze soll aber bald fertig sein.












