Tja, am Montag isses ja soweit: Rien ne va plus, nichts geht mehr in Berlin. Zumindest nicht auf der Stadtbahn zwischen Ostbahnhof und Zoo.  Und was liest man überall darüber, der Begriff der “Chaostage” wurde sofort umgemünzt und fast jede Zeitung hat ihn aufgegriffen.

Vielleicht mal lieber Fahrrad als S-Bahn?

Vielleicht mal lieber Fahrrad als S-Bahn?

Und überall wird lamentiert. Verständlich, wie ich finde, denn das Monatsabo ist nicht billig und die S-Bahn ist eine der absoluten Lebensadern von Berlin. Und wenn man draußen am Stadtrand oder im umgebenden Brandenburg wohnt, ist es auch wirklich zum Kotzen. Die S-Bahn fährt entweder gar nicht oder alle Schaltjahr, dann ist sie brechend voll und bei dem Wetter will ja keiner wirklich zu nahe an den schwitzenden Mitfahrer kommen…

Was aber irgendwie keiner sagt, ist, dass auf dem Ring ja ganz normaler Betrieb herrscht. Klar, das ist keine Entschuldigung für den ganzen Mist, aber jetzt hat doch letztens ein Bekannter von mir sich aufgeregt, dass die BVG ausgerechnet jetzt in den Ferienfahrplan geht.  Da hab ich mich aber auch gefragt, was der Herr Student sich dabei gedacht hat. Die BVG Fahrer der U-Bahn, Tram und der Busse müssen sicher jedes Jahr relativ für ihren Urlaub anmelden, damit der Betrieb überhaupt gesichert werden kann. Dann sagen sie also ihren Partnerinnen und Partnern Bescheid, die nehmen sich dann auch Urlaub, man bucht vielleicht ne Reise und freut sich.
Und jetzt soll also denen der Urlaub gestrichen werden, weil die S-Bahn-Fuzzis so hohl sind? Also bitte, wer sich ernsthaft über den Ferienplan der BVG aufregt, der sollte doch mal noch einen oder zwei Gedanken weiter denken und nicht glauben, dass alle Welt kommen und gehen kann wie ein Student.

Den innerstädtischen Bereich einzustellen, halte ich für die richtige Entscheidung der S-Bahn, denn lieber hier, wo man auf die BVG ausweichen kann also draußen, wo kein Bus oder keine U-Bahn mehr hinkommt.

Und der letzte Streik der BVG war schlimmer, der war im Winter, es war kalt und an Fahrrad fahren war nicht zu denken.